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Auf den Fels gekommen: Ein Einsteigerguide zum Outdoor-Klettern

Kletterer in der Felswand

Der Klettersport boomt. Überall in Europa entstehen neue Kletterhallen, Kletterparks und Hochseilgärten. Auch das Interesse am Klettern in der Natur ist entsprechend gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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Das Klettern am freien Fels ist für viele Kletter-Anfänger das Ziel.In erster Linie ist das Klettern ein fordernder Ganzkörper-Sport. Insbesondere für Menschen, die sonst viel sitzen und stehen, bietet es eine gute Ausgleichsbewegung. Alle Muskelgruppen werden gleichermaßen beansprucht und insbesondere der Rücken profitiert spürbar von der Bewegung. Durch die notwendige Konzentration bietet das Klettern auch eine gute Möglichkeit, um vom Alltag abzuschalten. Die meisten Kletterhallen bieten Strecken mit sehr unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an, sodass auch Kinder und ältere Menschen ganz in Ruhe ihr Können erproben können. Tatsächlich ist Klettern auch ein möglicher Ansatz gegen Höhenangst, wie apotheken.de berichtet.

Das Klettern an Felsen in der freien Natur ist in der Regel herausfordernder als das Klettern in der Halle, bringt aber dafür auch ein ganz anderes Feeling mit. Häufig ist hier eine größere Konzentration notwendig und mit steigendem Schwierigkeitsgrad auch mehr Planung.

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Einstieg über die Kletter-Halle

Kletterer in Kletterhalle in Aktion

Bevor in der freien Natur geklettert wird, ist ein Einstieg über eine Kletterhalle ideal. Hier können Anfänger ihren Gleichgewichtssinn schulen, lernen erste Techniken und Griffe kennen. Zudem ist ein wetterunabhängiges Training möglich und die Kletterhalle ist ein guter Treffpunkt für Gleichgesinnte zum Austauschen und Verabreden zu gemeinsamen Touren.

In der Halle werden in der Regel zwei Klettervarianten angeboten: Toprope und Vorstieg. Beim Toprope-Klettern wird aus einem Seil heraus in der Vertikalen geklettert. Das Seil wird am Klettergurt befestigt und von einem Partner am Boden gesichert. Für Anfänger ist das Toprope-Klettern ideal, um die ersten Routen an der Wand auszuprobieren. Der Partner kann den Kletterer beim Aufstieg auch ein Stück weit entlasten, sodass dieser zwischendurch loslassen und sich in den Sicherungsgurt hängen kann.

Beim Vorstieg nimmt der Kletterer sein Seil selbst mit nach oben. Hierbei hakt er sich in die Haken auf der Route ein, während ein Partner die Seilspannung vom Boden aus kontrolliert. Bei einem Sturz fällt der Kletterer bis zum Karabiner, den er zuletzt gesichert hat. In der Kletterhalle und in Kletterparks sind die Haken meist kaum mehr als einen Meter voneinander entfernt gesetzt.

Endlich draußen!

Kletterer unterwegs auf einem Klettersteig

Wer sich in der Halle sicher fühlt, kann als Vorstufe zum „richtigen“ Outdoor-Klettern sich anschließend an Klettergärten wagen, die über Felswände verfügen. Hier sind häufig mehrere Kletterwege im Fels vorbereitet und die Strecken ähneln vom Aufbau her denen einer Kletterhalle. Doch im Gegensatz zur Halle sind die Haltemöglichkeiten hier nicht durch farbige Griffe gekennzeichnet und Kletterer müssen sich selbst überlegen, wo Aufsetzmöglichkeiten für die Füße und Ansatzpunkte für die Hände sind. Über diese Übungsrouten entwickeln Anfänger schon ein gutes Gespür für das Klettern im Fels. Sobald eine gewisse Sicherheit und Routine eingekehrt ist, können dann die ersten Routen beim Felsenklettern ausprobiert werden. Für den Anfang eignen sich geführte Klettersteig-Touren besonders gut, da hier ein erfahrener Guide dabei ist, der wertvolle Tipps hat und beim Absichern hilft.

Beim freien Klettern im Fels schließlich sind noch einige Dinge zu beachten, was den Naturschutz und den Lebensraum Fels angeht. Hierzu hat der Deutsche Alpenverein eine umfangreiche Broschüre parat.

Die notwendige Ausrüstung

Zur Grundausrüstung für Anfänger gehören Kletterschuhe, ein Klettergurt sowie ein Kletterseil nebst entsprechendem Sicherungsgerät. Zusätzlich empfiehlt sich das Mitnehmen eines Magnesiumbeutels, um an den Händen für mehr Grip zu sorgen.

Der Profi-Bergsteiger und Extrem-Kletterer Stefan Glowacz stellt hier einige nützliche Tipps für Einsteiger vor, beispielsweise zum Thema Knotenkunde oder worauf es beim Packen des Rucksacks ankommt.

Bild eines Kletterschuhs

Anfänger müssen sich an den ungewohnten Sitz von Kletterschuhen meist erst gewöhnen.Die Wahl des passenden Schuhs fällt Anfängern oft schwer, denn anders als andere Sportschuhe fühlen sich Kletterschuhe erst einmal sehr eigenwillig an. Sie liegen sehr eng am Fuß an und krümmen ihn ein Stück weit, damit mehr Druck auf die Zehen gebracht wird. Außerdem wird der Fuß etwas nach innen gedreht. Die Sohle muss eine möglichst gute Reibung aufweisen, hat aber nahezu kein Profil. So wird für größtmögliche Stabilität bei gleichzeitiger Bewegungsfreiheit am Gelenk gesorgt. Die meisten Kletterschuhe werden mit kurzen Gummibändern geschnürt oder über Klettverschluss, damit sich nicht während des Kletterns etwaige Schnürsenkel lösen und zur Stolperfalle werden können.

Für alpine Klettertouren sind andere Anforderungen gegeben. Hierfür müssen Schuhe gewählt werden, die den Fuß in seiner symmetrischen Ausgangsstellung belassen und den Spann kaum bis gar nicht krümmen.

Ein Klettergurt besteht aus einem Hüftgurt, sowie zwei Gurten für die Oberschenkel. Der Gurt muss bequem sitzen und wird im oberen Beckenbereich straff zugezogen. Die Beinschlaufen sitzen etwas lockerer; als Faustregel gilt, dass vier Finger der flachen Hand zwischen Schlaufe und Bein passen sollten. Zwar gibt es für die unterschiedlichen Kletter-Bereiche jeweils spezielle Gurte, doch die meisten decken alle Eigenschaften ab und können überall verwendet werden.

Karabiner mit Tuber

Ein Sicherungsgerät für das Seil ist ebenfalls notwendig. Hier gibt es inzwischen viele verschiedene Systeme, am prominentesten sind jedoch nach wie vor der sogenannte HMS-Karabiner und Tubes. Beide Geräte sind für Einsteiger gut geeignet, da sie sich leicht bedienen lassen. Halbautomatische Sicherungsgeräte besitzen eine Blockierfunktion, was für Anfänger zunächst reizvoller scheint, allerdings sind diese Geräte in der Handhabung etwas komplizierter und daher eher für Fortgeschrittene zu empfehlen.

Beim Outdoor-Klettern kommt zur Ausrüstung noch ein Helm mit dazu, doch auch in vielen Hallen ist er Pflicht. Bevor allein geklettert werden darf, ist der Besuch eines Sicherungskurses obligatorisch. Hier werden alle Grundlagen über das richtige Anlegen der Ausrüstung, korrektes Sichern und Knoten vermittelt und geprüft. In den meisten Hallen, aber auch bei einigen Kletterparks und bei geführten Klettertouren wird ein Nachweis darüber verlangt, dass ein solcher Sicherungskurs erfolgreich absolviert wurde.

Sicherheit geht vor

Anfänger wie Fortgeschrittene sollten stets die Leistungsfähigkeit ihres Körpers im Blick haben und seine Grenzen respektieren. Insbesondere, wer sich vor großen Höhen fürchtet, sollte das Klettern entsprechend langsam angehen und nur so weit klettern, wie er oder sie sich traut. Grundsätzlich sollte nur bei voller Gesundheit geklettert werden. Eine vollständige und gepflegte Ausrüstung ist ein absolutes Muss.

Die meisten Klettermöglichkeiten werden ohnehin im Team durchgeführt, doch auch bei anderen empfiehlt es sich, stets eine Kletterbegleitung dabei zu haben. So können gegenseitig Knoten und Ausrüstung überprüft und im Notfall Hilfe gerufen werden.

Ohne Seil und Sicherung: Bouldern

Kind beim Bouldern

Eine weitere Spielart des Kletterns ist das Bouldern. Es bezeichnet das Klettern an Felswänden, -blöcken und Kletterwänden in Absprunghöhe ohne Seil in einer relativ geringen Höhe. In Kletterhallen ist das Ziel, von einer Startposition aus möglichst flüssig am Fels hinaufzuklettern, um eine festgelegte Markierung zu berühren. Da hier ohne Sicherung geklettert wird, sollte immer mindestens ein sogenannter „Spotter“ dabei sein, also ein Partner, der bei einem Sturz diesen kontrolliert abfängt. Dabei geht es nicht darum, den Fallenden aufzufangen, sondern ihn so fallen zu lassen, dass er nicht unkontrolliert mit dem Rücken oder Kopf aufschlägt. Selbst in Hallen, wo der Boden um die Boulder-Blöcke mit dicken Matten ausgepolstert ist, sollte stets ein Partner dabei sein.

Bildnachweise:

Bild 1: commons.wikimedia © Jarekt (CC BY-SA 3.0) Bild 2: commons.wikimedia © SieBot (CC BY-SA 3.0) Bild 3: pixabay.com © Hans (CC0 1.0) Bild 4: commons.wikimedia © Przemek Jahr (CC0 1.0) Bild 5: commons.wikimedia © File Upload Bot (Magnus Manske) (CC0 1.0) Bild 6: commons.wikimedia © Romary (CC BY-SA 3.0)



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